Heute möchte ich dir ein paar Anhaltspunkte geben, woher deine Verspannungen kommen könnten.

Die häufigsten Art von Rückenschmerzen, sind Schmerzen ohne klar erkennbare Erkrankung. Das heißt, dass die meisten Menschen einfach Schmerzen haben ohne klare Diagnose. Diese Art von Rückenschmerzen nennt man „unspezifischen Rückenschmerzen“. Sie kommen und gehen ohne klaren Grund. Viele bekommen dann einfach nur gesagt: „Machen sie mehr Sport!“ oder „Versuchen sie ihren Stresspegel zu regulieren.“ oder sonstige allgemeine Empfehlungen, mit denen wir so gar nichts anfangen können.

Ja im besten Fall erhalten wir ein Rezept für Physiotherapie oder Massagen, aber leider ist das auch selten geworden. Und so stehst du da allein mit deinem Schmerz und der Frage. „Wo um Himmels willen kommt der Schmerz denn her?“

Ich habe für dich die wichtigsten Punkte zusammen geschrieben, mit denen du der Ursache deiner Schmerzen auf den Grund gehen kannst. Also spann ich dich nicht auf die Folter und lege direkt los.

Überblick über deine möglichen Ursachen

  1. ungesunde Lebensgewohnheiten
  2. muskuläre Dysbalance
  3. psychologische Ursachen
  4. alltägliche Belastungen
  5. genetische Disposition
  6. Haltungsschwäche
  7. Erkrankungen/Traumen

Das war der grobe Überblick. Ein klein wenig möchte ich dir die Punkte noch erläutern.

Wenn du schon vom Arzt kommst und die Diagnose hast unspezifische Rückenschmerzen, dann kannst du Punkt 7 schon ausschließen. Dies trifft nämlich nur auf dich zu, wenn du eine Erkrankung hast.

Ungesunde Lebensgewohnheiten

Hierzu zählen alle Lebensgewohnheiten, die sich ungesund auf deinen Rücken auswirken können.

Hier einige Beispiele:

  • Übergewicht (belastet deinen gesamten Körper und so auch deine Bandscheiben)
  • falsche Bewegungsabläufe (falsche bzw. nicht rückengerechte Bewegungsabläufe wie Heben und Tragen, rum lümmeln auf der Couch oder Bürostuhl)

Muskuläre Dysbalance

Was heißt denn Dysbalance? Im Prinzip ist es das Gegenteil von Balance. Deine Muskeln arbeiten zusammen und haben immer einen Beuger (Spieler) und einen Strecker (Gegenspieler). Beide Anteile müssen richtig ausgebildet sein, damit ein Muskel in Balance ist. So kann es dazu kommen, dass ein hart trainierendes Fitnessstudiomitglied trotzdem eine Dysbalance hat, wenn es immer nur einen Muskelanteil trainiert. Im Detail heißt es entweder hast du eine zu wenig ausgeprägte Muskulatur oder eine ungleichmäßig verteilte Muskulatur. Spieler und Gegenspieler müssen gleich ausgebildet sein, um in ihrer vollen Funktion zu agieren.

Hier noch einmal ein Beispiel zu Verständnis:

Du möchtest deinen Arm anspannen und demonstrierst wie toll dein Bizeps gewachsen ist.

Dein Arm benötigt nun einen Beuger (Bizeps) und einen Strecker (Trizeps) für die Bewegung. Um deine Bewegung auszuführen spannt der Bizeps (Spieler) an und der Trizeps (Gegenspieler) wird gedehnt. Wenn du den Arm wieder in die Ausgangsposition zurück bringen möchtest, funktioniert das System genau anders herum. Das heißt der Trizeps wird gebeugt, damit der Bizeps wieder gestreckt ist. Es müssen beide Muskelanteile gleichmäßig ausgebildet sein, damit deine Bewegung reibungslos funktioniert.

Psychologische Ursachen

Ja die Psyche spielt bei dem Thema Schmerzen tatsächlich eine starke Rolle. Bist du seelisch nicht im Gleichgewicht kann der Körper über Sympathikus und Parasympathikus Organfunktionen entweder hoch oder herunter fahren. Das heißt übersetzt: Wenn du im Stress bist, ist dein Körper im Überlebensmodus. Er tut alles dafür, damit du flüchten oder kämpfen kannst. Und so ist es eine völlig normale Reaktion deines Körpers deine Körperspannung zu erhöhen, damit du jederzeit bereit bist zu reagieren. Es kommt zu einer erhöhten Grundspannung und wenn sich der Stresspegel nicht reguliert bleibt diese Spannung und der Muskel kann nicht in seine Ursprungshaltung zurück. Also frage dich gelegentlich: „Wie zufrieden bist du aktuell mit deinem Leben?“, „Welche Stressoren gibt es?“ und „Könnte es sein, dass diese für meine Verspannung verantwortlich sind?“.

Hier noch einmal ein paar Beispiele für psychologische Ursachen:

Stress, Depressionen, Ängste und Panikattacken, soziale und kulturelle Belastungen (Job, Partnerschaft, Finanzen…)

Alltägliche Belastungen

Zu deinen alltäglichen Belastungen zählen Belastungen, die du täglich ausführst. Du kannst durch deinen Beruf eine besondere Belastung haben. Dabei ist die Bewegung meist einseitig, d.h. du sitzt, stehst oder schleppst den ganzen Tag. Du bleibst in einer einzigen Belastung, die teilweise auch eine Überbeanspruchung der Muskulatur zu Folge haben kann. Dein Körper hasst einseitige Bewegungen und benötigt Ausgleichsübungen, um die Fehl-/ Über-/Dauerbelastung zu kompensieren.

Hier noch einige Beispiele für alltägliche Belastungen

Job als Krankenpfleger (tragend), als Büroangestellter und LKW-Fahrer (sitzend), als Handwerker (starke körperliche Belastung), exessiver Sport (Berufs- oder Intensivsportler). Dies sind alles einseitige Bewegungen und wenn du keinen Ausgleich schaffst, kann deine Muskulatur verspannen.

Genetische Disposition

Es gibt einige Erkrankungen die vererbt werden können. Häufig ist es genetisch festgelegt und dies kann teilweise sogar über das Blut herausgefunden werden. Wichtig ist das du die Krankengeschichte deiner Familie kennst. Nicht jeder kommt sofort mit einer Rückenerkrankung auf die Welt, die im genetischen Code hinterlegt ist. Manche Familienangehörige haben die Gene aber die Erkrankungen brechen nie aus. Manchmal ist es aber so, dass du die Erkrankungen hast, ohne dass sie messbar für die Ärzte sind. Oder die Ärzte kennen die familiären Krankengeschichten nicht und übersehen vererbte Erkrankungen. Wenn du weißt in deiner Familie sind Rückenbeschwerden ein großes Leidensthema, dann solltest du dies schon vor den ersten Beschwerden ernst nehmen. Sozusagen als kleine Vorwarnstufe, denn wenn du dich frühzeitig präventiv verhältst, kann der ein oder andere Ausbruch vielleicht sogar vermieden werden.

Die ist keine Garantie, aber definitiv kann es dich schützen. Wie wir im Sommer Sonnencreme auftragen, solltest du deinem Rücken mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn du Vorerkrankungen in der Familie hast. Es ist eine Art von Selbstfürsorge ohne gleich hysterisch zu werden

Hier ein paar Beispiele für vererbbare Erkrankungen

Osteoporose, Rheuma, Arthrose, Skoliose, uvm.

Haltungsschwäche

Das ist das für mich wichtigste Thema, denn fast jeder hat eine Haltungsschwäche. Aus diesem Grund möchte ich dich hier auch animieren an deiner Schwäche zu arbeiten

Es gibt verschiedene Fehlhaltungen: Rundrücken, Hohlrundrücken (Hohlkreuz), Flachrücken. Wie du deine Haltungsschwäche erkennst werde ich noch einmal in einem separaten Beitrag erläutern. Wichtig ist jedoch, dass dein Körper in eine Fehlhaltung gelangt indem er entweder dauerhaft oder nur phasenweise in eine Über- oder Fehlbelastung ist. Einfach gesagt: du stehst gar nicht oder zu selten in einer geraden Haltung. Dies ist quasi der Folgeschaden aus den vorigen Punkten. Denn wenn du dich ungesund bewegst, deine Muskulatur zu schwach ist, du einiges an Ballast auf deinen Schultern trägst, deine Wirbelsäule einseitig belastest und dann vielleicht noch eine Veranlagung für Morbus Bechterew hast, ist die Folge eine Haltungsschwäche.

Deshalb geh für dich einmal in die Analyse, welche Punkte treffen auf dich zu und versuche daran zu arbeiten.

Wenn ich dir bei der Ursachenforschung behilflich sein kann, schreibe mir gerne eine E-Mail.

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